Baugeschichte:

1350 Erste urkundliche Erwähnung einer St. Nikolaikapelle. Sie gehörte zum Alzeyer "Saalhof", dem heutigen Obermarkt.

1420-1430 Neubau des Langhauses der Nikolaikirche als drei-
schiffige Hallenkirche mit 3 Jochen und runden Pfeilern.

1432 Die Nikolaikirche wird an Stelle der St. Georgskirche zur Pfarrkirche erhoben.

1450 Vollendung des Neubaues des spätgotischen Chores mit Einwölbung. Die großen vierbahnigen, quer geteilten Maßwerkfenster stehen im Stil der Frankfurter Schule, dem Umkreis von Madern- Gerthener nahe. Eine. Mitwirkung von Mitgliedern der Alzeyer Baumeisterfamilie Eseler wird vermutet.

1479 Erhebung zur Stiftskirche (bis 1556) An den neun Altären der Kirche lasen zeitweilig bis zu 20 Geist­liche die Messe.

1499 Vollendung des Turmes durch Aufbau von 2 neuen Geschossen und eines Turmhelmes auf die vorhandene Turmvorhalle der alten Kirche.
Am Turm die Wappen der Bauherren: Burggrafen Erkinger von Rothenstein und des Schultheißen Anthis von Heppenheim.

1546/56 Einführung der Reformation in Alzey.

1689 Starke Beschädigungen nach dem Stadt­brand im Eroberungskrieg Ludwigs XIV.: Dachstuhl und Gewölbe sind eingestürzt, im Westen die Außenmauern beschädigt.



1715 und später Teilweise Wiederherstellung: Bedachung und Abschluss der Ostteile der Kirche durch eine neue Giebel­wand. Abdeckung des Turmes durch eine barocke Zwiebelhaube. Der Westteil des Langhauses bleibt Ruine, wird profaniert und dient im 18. Jahrh. zeitweise als Feld­lazarett und Bäckerei.

1822 Zusammenschluss der reformierten und der lutherischen Gemeinde (Kleine Kirche) in Alzey in der "vereinten evangelisch-protestantischen Kirche"

1844-1848 Umbau- und Wiederherstellungs­arbeiten an der Nikolaikirche unter dem hessischen
Oberbau­direktor Georg Moller: Langhaus gegliedert in 5 Joche, Einbau von Holzgewölben,

Neubau eine kleinen Vorhalle auf der Nord­seite.



1905 Aufbau eines neuen spitzen Turmhelmes.

1934-1935 Umfassende Wiederherstellungsar­beiten
unter Leitung von Stadt­baumeister Morneweg: Langhauspfeiler erneuert, Einbau eines Netzgewölbes im Chor, im Langhaus flache Holzdecke.

1945 Beschädigung im 2. Weltkrieg

1949 Beseitigung von Kriegsschäden



1950 Einbringung der Neuen Glocken

1956 Einbau einer neuen Orgel, der sog. Kaufmannorgel
1963-1965 Vollständige Innenrenovierung der Nikolaikirche nach dem Geschmack der sechziger Jahre unter Entfernung aller verbliebener Inneneinrichtungen und Errichtung eines neuen Eingangs durch den Turmraum und Versetzung der Beweinungsgruppe in den Eingangsbereich. Abriss des Vorbaus am Obermarkteingang.
1997 Ankauf, Sanierung und Aufbau der Beckerathorgel im linken Seitenschiff


(Bild Heinrich Jost, Besitz der Kirchengemeinde)
2003-2006 Vollständige Aussensanierung und Dachneueindeckung mit Sicherung der Wasserspeier. Das Bild zeigt den Zustand 2002 vor Beginn der Sanierung. Die damalige Baussumme  betrug 868.000,00 Euro und wurde zum grössten Teil von der Landeskirche getragen.

(Bild Heinrich Jost, Besitz der Kirchengemeinde)
Die qualitätvollen Wasserspeier der vier Evangelisten wurden bei der Renovierung 1931-35 von Morneweg auf den Halbsäulen des Chores aufgesetzt.
Allerdings verlangte Darmstadt den Einsatz von kostengünstigerem Muschelkalkstein, der dem sauren Regen der 80iger weniger entgegensetzten konnte als andere Steine. So mussten alle vier Wasserspeier aufwendig abgenommen und saniert werden. Das Bild wurde vor der Sanierung aufgenommen.


(Bild Heinrich Jost, Besitz der Kirchengemeinde)

Turm von Südwest: nachdem während der Einrüstung festgestllt wurde, dass Putzteile locker waren, musste auch der Turm bis zur Balustrade unter dem Turmdach eingerüstet und saniert werden. Das Bild zeigt den Zustand vor der Sanierung.


(Bild Heinrich Jost, Besitz der Kirchengemeinde)
Chorraum vor der Sanierung

meta_versteckter